
Perfekter Einstand mit kleinen Kratzern: Bernd bändigt die „neue alte“ F-16
Samstagmorgen am Flugplatz des MFC Penzberg: Die Bedingungen für das anstehende fliegerische Highlight waren schlichtweg traumhaft. Kaiserwetter, kaum Wind und beste Laune. Auf der Startbahn zog sie alle Blicke auf sich: die „neue alte“ F-16 vom Edel-Hersteller Scale Jets. Ein echter Koloss im imposanten Maßstab 1:5 und mit stolzen, knapp unter 25 kg Lebendgewicht, pilotiert von unserem Bernd Neumayr. Dieses Modell hat eine ganz besondere Geschichte: Es handelt sich um das ehemalige Weltmeistermodell von Wolfgang Klühr aus dem Jahr 2015, das nun von einer hochmodernen KingTech K240 G5 Turbine befeuert wird.
Co-Pilot und Teamwork für den Erfolg
Damit bei diesem hochkarätigen Erstflug mit dem geschichtsträchtigen Jet absolut nichts schiefgeht, holte sich Bernd tatkräftige Unterstützung. „Co-Pilot“ Tom Biber stand ihm mit Rat und Tat zur Seite. Tom fliegt exakt dieselbe baugleiche F-16 und brachte seine wertvolle Erfahrung ein, was Bernd beim Setup und der mentalen Vorbereitung spürbare Sicherheit gab.
Der Start des schweren Jets klappte wie am Schnürchen. Einmal in der Luft, zeigte sich die F-16 von ihrer besten Seite. Die K240-Turbine schob den Jet kraftvoll voran, während die Maschine butterweich und präzise auf jeden Steuerbefehl reagierte. In den Kurven entpuppte sie sich sogar als deutlich wendiger, als man es der gewaltigen Konstruktion vorab zugetraut hätte. Ein absolut majestätisches Flugbild, das der Weltmeister-Abstammung alle Ehre machte!

Eine Frage des richtigen Anflugs
Die erste Herausforderung folgte bei der Landung. Bernds altbewährter Lieblingsspruch „Beim Anflug immer schön die Nase runter!“ stieß bei der F-16 nämlich an ihre aerodynamischen Grenzen. Der Jet verzeiht das so nicht und kam beim ersten Versuch prompt etwas zu schnell rein. Die F-16 braucht im Finale die Nase leicht oben – sie muss also sauber angestellt werden, um das Gewicht im Bodeneffekt optimal abzufangen und die Geschwindigkeit abzubauen.
Beim zweiten Flug setzte Bernd die Theorie direkt perfekt in die Praxis um: Der Anflug passte viel besser, die Landung saß. Die Erleichterung nach dem Aufsetzen war Bernd ins Gesicht geschrieben – und wich sofort einem breiten Grinsen. Ab diesem Moment war klar: Der Jet-Spaß hat offiziell begonnen!

Ein kleiner Kratzer am Stolz
Ein winziger Wermutstropfen blieb am Ende des Tages zwar nicht aus, tat der Stimmung aber keinen Abbruch: Nach der zweiten geglückten Landung rollte die Maschine beim Umdrehen einen Tick zu schnell. Die F-16 reagiert mit ihrem charakteristisch schmalen Fahrwerk da schnell beleidigt. Der Jet kippte elegant auf die Seite, wobei eine der filigranen Sidewinder-Raketen leicht beschädigt wurde. Ein klassischer Schönheitsfehler, der in der Werkstatt schnell behoben ist.
Damit dieses historische Ereignis auch für die Ewigkeit festgehalten wird, war Reinhard im Einsatz. Er hatte die ehrenhafte – und bei den schnellen Jet-Passagen definitiv nicht ganz leichte – Aufgabe, alles im Bild festzuhalten. Reinhard meisterte den Job an der Kamera ebenfalls mit Bravour und lieferte messerscharfe Beweisfotos von zwei rundum gelungenen Erstflügen.
Herzlichen Glückwunsch an Bernd zu diesem geschichtsträchtigen Traum-Jet und allzeit guten Flug!


